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Pilgerleben in Rorschach – Interview mit Anna Maria Frei-Braun

Anna Maria Frei-Braun

Pilgerleben in Rorschach

Für dieses Interview hat sich Anna Maria Frei-Braun, ehemalige Pfarreibeauftragte von Rorschach, mit Alois Ambauen zusammengesetzt. Er ist aus der Pfarrei ein erfahrener Pilger auf dem Jakobsweg und hütet als «Oberglöckner» die Tradition des Läutens im Zentrum von Rorschach beim Jakobsbrunnen. Seine Erfahrungen fliessen bei den entsprechenden Fragen ein.

Bruno Fluder: Sie waren bis zu Ihrer Pensionierung Pfarreibeauftragte in der Pfarrei Rorschach. Wie erleben Sie Rorschach als Pilgerort? Sind Pilger:innen oft sichtbar im Ort?

Anna Maria Frei-Braun: Da mein Büro direkt neben der Kirche war, begegnete ich pilgernden Menschen, die vorbeischauten, nachfragten und sich den Stempel in der Kirche abholten. Vor allem in der Zeit zwischen Frühling und Herbst kam es zu schönen Begegnungen. Rorschach ist ein wunderbarer Ort für Pilgernde: Eingebettet in die Atmosphäre am See und die Nähe zu den Hügeln. Der Pfarreirat hat einige Jahre zu Tagesetappen auf den Jakobsweg eingeladen. Diese Anlässe fanden gute Resonanz.

Wie haben Sie persönlich Zugang zum Pilgern gefunden?

In einer Ausbildung vor über 30 Jahren begegneten mir in etwa die Worte: «Der Weg entsteht im Gehen. Also geh!» Diese Aufforderung hat mich (unter anderen) immer wieder auf Wege geführt: gehen – sehen, was mir begegnet – entscheiden, wohin es mich führt und gehen. Nebst den Lebenswegen, die sich auftaten waren es z. B. Tagessequenzen in der Nähe auf dem Jakobsweg und Pilgertage im Bistum im Zusammenhang mit Wiborada jeweils am 2. Mai. Innerhalb des Bildungsurlaubs pilgerte ich von zu Hause weg dem Bodensee und den Wassern des Rheins entlang bis kurz vor Basel. Es war ein Weg mit vielen Entdeckungen: mit mir allein zu sein, ohne die Strukturen, die mir im Alltag die Wege lenken mit Familie, Beruf usw. Es hat sich – mit Wellenbewegungen – sehr gut angefühlt.

Alois und Fides Ambauen: An unserem Haus wanderten immer Pilgernde, auch Gruppen vorbei. Wir begegneten ihnen mit dem Gruss: «Buon camino.» Manche blieben stehen, tauschten über die Beweggründe aus. Wir kamen auf folgendem Weg zum Pilgern: zum 60igsten Geburtstag erfüllten wir uns besondere Wünsche. Alois träumte von einer wöchigen Bergtour. Die Begegnung mit einer Studentin an der PH Rorschach weckte eine neue Idee: Nach dem Lesen einer Abschlussarbeit über den Jakobsweg zündete die Idee, selber eine Erfahrung im Pilgern zu machen. Darauf brachen wir auf von Rorschach nach Genf. Unsere Leidenschaft fürs Pilgern war entfacht.


Alois Ambauen, “Oberglöckner” vom Jakobsbrunnen

Was hat es mit dem Jakobsbrunnen im Zentrum der Stadt auf sich?

Alois: Der Jakobsbrunnen hat eine lange Tradition in Rorschach. Seine Geschichte geht auf das Jahr 857 zurück mit dem Bau einer Kapelle, die dem heiligen Jakobus geweiht wurde. Er gilt als Schutzherr der Pilger und Wallfahrer. 1833 musste die baufällige Kapelle der Verkehrsplanung im Zentrum weichen. Geblieben ist ein Brunnen, der 1834 erbaut und 1896 ersetzt wurde. Er diente als Wasserquelle für das Quartier und Vorbeigehende und notabene dem «Angelusläuten». Der Brunnen besteht aus drei Wasserbecken. Diese symbolisieren die Dreifaltigkeit. Durch ein Projekt der Fachhochschule wurde 2009 eine alte Tradition wieder aufgenommen: Ein Team von Glöcknern und Glöcknerinnen läutet täglich von Ende März bis Ende Oktober um 11 und 18 Uhr von Hand. Gerne halten dann Pilgernde inne für kurze Gespräche und nehmen Wasser und Segen mit auf den Weg.

Anna Maria: Mit der Pensionierung öffnete sich der Raum für Freiwilligenengagements. Seit einem Jahr gehöre ich zum «TEAM Jakobsglöckner Rorschach».

Der Heilige Kolumban ist Patron der Hauptkirche von Rorschach. Was bedeutet dieser Heilige für Sie und für die Rorschacher:innen? Wie wird er in der Stadt gefeiert?

Anna Maria: Der Heilige Kolumban ist im wahrsten Sinne eine Herausforderung für mich und wohl für viele in der Pfarrei. Sein Feuer für die Botschaft und seine Wege, dies zu verbreiten sind teilweise irritierend und hart. Er schien wie getrieben, in der damaligen Weltlage als Retter zu wirken. Er war hart mit sich selber und mit den Adressaten seiner Verkündigung. Und doch wurzelt etwas von seinem Wirken hier vor Ort. Im Deckenbild der Kolumbanskirche ist der Hl. Kolumban dargestellt. Das Licht der Sonne, die er auf Herzhöhe trägt, spiegelt sich im Gelb, das die heilige Geistkraft als Teil der dargestellten Dreifaltigkeit umgibt. Dies ist wie ein Vermächtnis: uns von dieser Lichtkraft, die auch in und für uns da ist, lenken zu lassen und zu tun, was zu tun ist – auch im Wissen um den Auftrag des Evangeliums: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Das Patrozinium wird jeweils am Christkönigssonntag am Schluss des Kirchenjahres begangen. Gefeiert mit einem festlichen Gottesdienst mit Chor und Orchester, mitgestaltet durch einen Festprediger*in. Anschliessend wird zum Verweilen bei Getränken und einem einfachen Imbiss eingeladen.

Freiwillige im Dienst der Kolumbanspfarrei erhalten in diesem Gottesdienst eine Kolumbanssonne. Die Sonne trägt die beiden Wirklichkeiten der Leidenschaft in sich: jene die wärmt und einlädt, Heil und Licht bringt – und die Wirklichkeit, dass sie verbrennen kann, wie das Feuer der Leidenschaft – wenn es Leiden schafft.

Das Logo der Katholischen Kirche Region Rorschach zeigt sich in drei Farben. Wie ist dieses Bild entstanden? Was bedeutet es?

Anna Maria: Das Logo ist entstanden anlässlich der Gründung der Seelsorgeeinheit im Bistum. Die Pfarreien Rorschach/Rorschacherberg, Goldach und Untereggen machten sich nach vielen Prozessen gemeinsam auf den Weg. Die drei Farben stehen für diesen «Dreiklang»: gelb für die Pfarrei St. Kolumban Rorschach/Rorschacherberg mit dem Symbol der Sonne; blau für die Pfarrei St. Mauritius Goldach (am Wasser der Goldach); rot für die Pfarrei St. Magdalena in Untereggen – rot steht für mich hier für die Kraft der Apostelin und Verkünderin der Auferstehung.

Wie bewusst ist man sich in Rorschach, dass der noch junge europäische Pilgerweg des Heiligen Kolumban hier vorbeiführt?

Seit der Begründung des Kolumbansweges findet sich beim Haupteingang zur Kolumbanskirche eine Plakette, zu deren Installation auch ein Predigtwochenende stattgefunden hat. Als Pilgerweg ist er bisher noch nicht im Bewusstsein. Da liegt noch Potential frei. Der Weg ist auch auf «Schweiz Mobil» nicht auffindbar im Gegensatz zum Jakobsweg, der die Nummer 4 trägt.
[Anmerkung vom Vorstand IG Kolumbansweg: Es besteht die Bemühung, die noch nicht vergebene Nummer 9 für den Kolumbansweg zu erhalten.]

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    Wanderpilgern am 15.08.2022
    mit Nicolo Paganini, Nationalrat / Präsident Schweizer Tourismus Verband

    Mit dem Projekt «Wanderpilgern mit…» soll der Schweizer Teil des Kolumbanswegs der Bevölkerung und Gästen in der Schweiz näher gebracht werden. Denn der Kolumbansweg weist eine grosse Vielfalt an kulturellen, spirituellen und naturheilkundlichen Schätzen auf. Der Auftakt erfolgt mit Nicolo Paganini, Nationalrat / Präsident Schweizer Tourismus Verband.

    Kolumbansweg-Etappe von St. Gallen nach Arbon. Mit Begrüssung durch Thomas Kirchhofer, Direktor St. Gallen Bodensee Tourismus, Besuch Stiftsbibliothek mit Cornel Dora, Stiftsbibliothekar, Wildkräuterküche auf der Steinerburg mit Martina Rocco, und Historisches Arbon mit der Galluskapelle von Hans-Jörg Willi, Historiker/Buchautor.

    Weitere Informationen und Anmeldung bis 8. August 2022 hier. 

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