Die Geschichte der Kolumbans-Pfarrei Rorschach/Rorschacherberg

Die Geschichte der Kolumbans-Pfarrei Rorschach/Rorschacherberg
Zu der Zeit, als die irischen Mönche und Glaubensboten in unserer Gegend erschienen, gehörten die nur spärlichen Bewohner zwischen Fünfländerblick und See zur St. Martins-Pfarrei in Arbon, bis das Kloster St. Gallen auf Rorschacher Gebiet Grundbesitz erhielt und für die nun hier ansässigen Leute eine Kirche erbaute. Sie wurde dem Meister des hl. Gallus, dem hl. Kolumban, geweiht. Das mag etwa ums Jahr 820 gewesen sein oder sogar schon früher, vielleicht unter dem hl. Abt Otmar (gestorben 759).
Obwohl es für die Existenz einer Rorschacher Pfarrei und eines Gotteshauses keine datierten Hinweise vor 1206 (Erwähnung Rudolfs aus dem Geschlecht der Edlen von Rorschach als Leutpriester in Rorschach) bzw. 1236 (Ersterwähnung der Pfarrkirche) gibt, lässt das in der Schweiz seltene Kolumban-Patrozinium den Schluss zu, die kirchlichen Ursprünge im Frühmittelalter anzusetzen. Die Tatsache, dass sich um 612 der irische Missionar Kolumban (um 543-615) zusammen mit dem hl. Gallus (gest. um 650) und anderen Begleitern im nahen Arbon TG, dem römischen Arbor Felix, aufgehalten hat, dürfte nie vollständig aus dem Bewusstsein der ansässigen alemannischen Bevölkerung gewichen sein.
Archäologische Grabungen wiesen nicht nur die Existenz einer frühmittelalterlichen alemannischen Grablege an der Stelle der heutigen Pfarrkirche nach, sondern auch ein erstes Kirchlein für das 8. Jahrhundert, welches in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erweitert oder erneuert wurde. Die ursprüngliche Kirche wich 1438 einem Neubau. Dieser wurde im 17. Und 18. Jahrhundert mehrmals erweitert und verlängert. Die Translation der Gebeine des hl. Konstantinus aus der römischen Praetexatus-Katakombe, die 1674 in Form eines grossen Volksfestes stattfand, führte bereits zwei Jahre später zur Ausweitung des Kirchenpatoziniums auf diesen Heiligen. 1970 erfolgte eine Aussenrestaurierung. Den heutigen Glanz verdankt sie einer Innenrestaurierung (1992-1994).
Für Pilger:innen interessant ist der Jakobsbrunnen im Zentrum Rorschachs. Früher stand an diesem Ort die Jakobskapelle für die Pilger, aus verkehrstechnischen Gründen wurde sie 1833 leider abgerissen. Heute steht dort der Jakobsbrunnen und es ist immer noch Brauch, dass täglich (ausser im Winter) ein Glöckner die Glocke am Brunnen um 11.00 und 18.00 Uhr läutet.
1896-1899 erfolgte der Bau einer zweiten Kirche – der Jugendkirche – dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht (darum einfach Herz-Jesu-Kirche genannt). Die Pfarrei St. Kolumban zählt heute gegen 5800 Katholiken und umfasst die beiden politischen Gemeinden Rorschach und Rorschacherberg.
Die Leitungsverantwortung liegt beim Seelsorgeteam, dem Pastoralrat, dem Pfarreirat und dem Kirchenverwaltungsrat. Seit vielen Jahren arbeiten sie partnerschaftlich zusammen und versuchen, sich den Fragen der Zeit gemeinsam zu stellen, welche eine Herausforderung für Kirche und Glaube mit sich bringen. Genährt wird diese Herausforderung von einem unerschütterlichen Glauben an ein Miteinander mit Menschen aus allen Kulturen und Glaubensrichtungen, auf dass wir alle einmal das Leben in Fülle haben werden, welches sich im grossen Engagement von Team, Gremien und zahlreichen Freiwilligen zeigt.
Quelle: Website der Pfarrei www.kkrr.ch