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Kolumban und seine Beziehung zur Natur – 2-Tage-Wandern auf dem Kolumbansweg

Kolumban und seine Beziehung zur Natur

2-Tage-Wandern auf dem Kolumbansweg

Samstag/Sonntag, 9./10. Mai 2026

Es ist eine Tradition, dass der Verein Jakobsweg Graubünden am ersten Mai-Wochenende eine 2-Tage-Wanderung auf dem Kolumbansweg durchführt. Aus verschiedenen Gründen wurde dieses Jahr das 2. Wochenende gewählt – es sollte dafür einige Schwierigkeiten bieten, denn der Muttertag ist in den Restaurants ein Füller und da sind Wanderer mit einem einfachen Menüwunsch verständlicherweise etwas fehl am Platz. Aber alles der Reihe nach.

Kurz vor 10 Uhr trifft der Bus von Buchs in Schaan ein und der grosse Teil der Teilnehmenden sitzen darin. Die Begrüssung erfolgt somit unterwegs.

Eine Wanderung ohne Startkaffee ist undenkbar, weshalb in Schaan sogar ein kleiner Umweg in Kauf genommen wird, um das benötigte Koffein sicherzustellen.

So gestärkt wird die kleine, halbstündige Steigung in Angriff genommen. Vorbei an der Kapelle Maria zum Trost – 1716 erbaut und der Muttergottes gewidmet, – und an Statue und Denkmal für Papst Johannes Paul II, der die Kapelle besucht hatte, gelangt das Wandervölklein schon bald an den höchsten Punkt der heutigen Wanderung. Ein schöner Spielplatz, ein imposanter hölzerner Aussichtsturm und eine tolle Aussicht über das Rheintal laden zu einer Verschnaufpause ein. Die Gelegenheit wird genutzt, um dem Thema der beiden Tage – Kolumban und die Natur – einen ersten Input zu geben. Aus der Vita von Kolumban wurden 5 Aussagen zum Thema ausgewählt. Das Thema wird jeweils in drei Teilen dargestellt: Zitat aus der Vita und dessen Erklärung, eine eigene Erfahrung des Vortragenden dazu und schliesslich die Aufforderung an die Teilnehmenden, sich zum Thema eigene Gedanken zu machen. Den Anfang macht der „Rückzug in die Wildnis von Annegray“ (bei Luxeuil-les-Bains). Wiederholt zieht sich Kolumban für längere Zeit in abgelegene Waldgebiete zurück und sucht bewusst die Einsamkeit. Diese Abgeschiedenheit sucht er für seine Gottesbegegnung und innere Sammlung. Die Wildnis bietet ihm Raum für seine asketischen Bedürfnisse.

Auf dem Fürstenweg geht es nun Richtung Vaduz, in leichtem Auf und Ab, meist im Wald. Am Weg finden sich immer wieder schöne Stellen, wo die Natur erlebt werden kann, sei es mit angeschriebenen Bäumen, Infotafeln über das Leben der Bienen und vieles mehr. Die Gespräche drehen sich denn auch um die Natur, die ja jetzt so schön erwacht und sich mit den unterschiedlichsten Grüntönen präsentiert. Jedes Jahr ein Wunder, wenn aus dem Braun frisches Grün wird.

Es werden unterwegs zwei Rüfen gequert, die bei Gewitter ganz ordentlich Wasser und Geröll von den darüberstehenden Felswänden heruntertragen, jetzt aber trockenen Fusses durchwandert werden können.

Schön auf den Mittag gelangen wir an einen schönen Picknick-Platz, wo jeder für das leibliche Wohl sorgt, Energie für die Fortsetzung tankt und die Beine etwas entspannt. Von anderen Gästen, die dort auf dem offenen Feuer Gerichte zubereiten, werden wir mit Crêpes, gefüllt mit Spinat, bedient. Eine sehr schöne Geste von ausländischen Gästen.

Beim zweiten Thema geht es um die „Begegnung von Kolumban mit Tieren“. Dabei erzählt die Vita, wie Kolumban auf einen Bären trifft und diesem gebietet zu weichen, was das Tier auch tat. Diese Begebenheit zeigt auf, dass der Mensch nicht im Gegensatz zur Natur leben soll, sondern in friedlicher Koexistenz. Dazu zählt heute auch der sorgfältige Umgang mit unseren Nutztieren.

So auch geistig gestärkt geht es weiter Richtung Schloss Vaduz, das nicht besichtigt werden kann, jedoch an unserem Weg steht und eindrucksvoll auf die Untertanen hinunterblickt. Ein Zickzackweg führt uns in den Hauptort des Fürstentums hinunter. Wir geniessen inmitten eines grossen Touristenstroms ein kühles Getränk, bevor wir den Bus besteigen, der uns über den Ort Triesen hinausführt, von wo wir die restliche Distanz nach Balzers zurücklegen. Auf dem Gutenberg-Hügel empfängt uns das gleichnamige Hotel mit dem Self-Check-in.

Nach der Ankunft und der Dusche steigen die Teilnehmenden ins Zentrum des Dorfes hinunter, erfreuen sich im neu eröffneten Restaurant an einem feinen und gemütlichen Nachtessen, bevor es wieder hinauf zur Übernachtung geht. Zwei Teilnehmer müssen sich leider verabschieden, dafür kommt ein weiteres Ehepaar dazu.

Nach einem vorzüglichen, von sehr netten Damen vorbereiteten Frühstück wird das dritte Thema – „Die Natur als Versorger“ – vorgestellt. Die Mönche lebten praktisch ausschliesslich von der einfachen Kost der Wälder, von Kräutern und was die Erde sonst noch darbot. Diese einfache Kost unterstreicht das Ideal der Armut und der Abhängigkeit von Gottes Schöpfung und ist gleichzeitig ein Mittel der Askese.
Wir lernen noch ein dem Kolumban gewidmetes Kirchenlied kennen und starten um 9 Uhr die angenehme Wanderung hinauf zum St. Luzisteig. Nach knapp zwei Stunden gemütlichen Wanderns durchqueren wir das eindrückliche Tor zur Festungsanlage. Der St. Luzisteig-Pass diente bis ins 19. Jahrhundert als Strassenverbindung von Italien zum Bodensee, da die Rheinebene weitgehend unpassierbar war. Die alte Festung wurde bis zum 2. Weltkrieg genutzt als Sperre, und lange Zeit war der Waffenplatz den Train-Truppen vorbehalten. Der bekannte russische Heerführer Suworow kam hier 1799 durch.

Das vierte Thema „Askese und Natur“ wird auf St. Luzisteig vorgetragen. Extreme Lebensbedingungen (Kälte, Hunger, raues Gelände) werden von Kolumban bewusst gesucht und die Natur dient als Prüfstein für seine Standhaftigkeit. Sie wird somit als Mittel zur spirituellen Läuterung verstanden.

Bei der Steigkapelle machen wir einen kurzen Kaffeehalt – für die Öffnung der Kapelle erhalten wir den Schlüssel. Ersturkundliche Erwähnung findet ein Kirchenbau um 831.

Die Wanderung führt nun durch einen schönen Wald, wir überqueren eine Rüfe auf einer Seilbrücke und gelangen auf eine schöne Wiese mit uralten Eichenbäumen. Eine perfekte Einladung, das Mittagspicknick dort einzunehmen. Ursprünglich vorgesehen war ein Restaurant-Besuch, aber in Anbetracht der muttertäglich gekürzten und auf eine vornehmere Gesellschaft ausgerichteten Speisekarte wird dem Picknick der Vorzug gegeben. Niemand bedauert diese Umstellung.

Die fünfte und letzte Überlegung zum Thema „Natur als Ort von Wundern“ schliesst die Mittagsrast ab. Die Natur ist wirklich ein Ort von Wundern, wie schon erwähnt mit dem jährlichen neuen Erwachen. Aber auch durch die Verbundenheit des Menschen mit der Natur erschliessen sich plötzlich Ausblicke oder es finden sich auch verborgene Quellen.

Die Meteo sagt Regen voraus, sodass der restliche Weg durchs Heidiland, ja durchs Heididorf mit seinem Museum und den zahlreichen Touristen aus Fernost, durch Jenins mit dem Denkmal für den Duc de Rohan, durch Rebberge zügig vonstattengeht. Schliesslich gelangt die Wandergruppe trockenen Fusses, wohlbehalten und zufrieden bei der Älplibahn in Malans am Ende der Wanderung an, wo das Postauto die Wanderer aufnimmt und nach Landquart bringt.

Bei einem letzten Trunk blicken wir auf wiederum zwei reiche und interessante Tage in einer wunderschönen Natur zurück. Alle freuen sich schon heute auf die Fortsetzung am 7. November von Landquart nach Chur.

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Wolfgang Sieber

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      Wanderpilgern am 15.08.2022
      mit Nicolo Paganini, Nationalrat / Präsident Schweizer Tourismus Verband

      Mit dem Projekt «Wanderpilgern mit…» soll der Schweizer Teil des Kolumbanswegs der Bevölkerung und Gästen in der Schweiz näher gebracht werden. Denn der Kolumbansweg weist eine grosse Vielfalt an kulturellen, spirituellen und naturheilkundlichen Schätzen auf. Der Auftakt erfolgt mit Nicolo Paganini, Nationalrat / Präsident Schweizer Tourismus Verband.

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