Die Kolumbanskirche von Andermatt

Die Kirche St. Kolumban im Weiler Altkirch bildet die eigentliche Keimzelle von Andermatt. Schon im 9. Jahrhundert liessen am Gütschhang die Mönche vom Kloster Disentis eine kleine Kapelle bauen. Diese wurde im 11. und 13. Jahrhundert vergrössert. Bis 1602 war dies die Pfarrkirche des ganzen Urserentals. Hier wurde auch getauft und beerdigt.
1508 wurde das Langhaus völlig neu gebaut und vier Altäre wurden neu eingeweiht. Ein Jahrhundert später wurden erneut Baumassnahmen nötig, als eine grosse Lawine das Dorf heimsuchte. 1940-42 erfolgte die letzte grosse Renovation, welche einen schlichten, ganz auf die architektonischen Grundformen konzentrierten Raum hinterliess, der heute Platz für gut 100 Personen bietet. Letztmals erfolgte 1988 eine Aussenrenovation der Kirche. Heute steht die Kirche einen Kilometer vom Dorfzentrum entfernt, aber ganz in der Nähe des neuen Radisson Blu Hotel von Sawiris.
Nach der Legende aus dem Ende des 12. Jahrhunderts war Sigisbert ein direkter Schüler des Kolumban von Luxeuil. Dies ist jedoch unwahrscheinlich. Viel eher wanderte er als Wandermönch, der einige Jahre im Kloster Luxeuil verbrachte hatte, wohl gegen 700 vom Oberalppass her in Disentis ein. Zusammen mit dem Heiligen Placidus gilt er als der Gründer des Klosters Disentis. In der Kirche sind zwei Statuen von Kolumban und Placidus zu finden. Sie wurden 1949 als Votivgaben gestiftet, als Dank dafür, dass das Dorf vom Stauseeprojekt «Ursern» verschont blieb.
Ein interessantes Detail: Vor Kirche steht ein Gedenkstein von 2008 mit der Aufschrift: «Hier reisten die letzten Prinzen von Irland durch. März 1608.» Die Verbindung zu den irischen Ursprüngen der Kolumbans-Bewegung wirkt immer noch nach.




