Herzlich willkommen in Feldkirch!

Grußwort Kolumbansweg
Liebe Pilgerinnen und Pilger, liebe Gäste am Kolumbansweg,
herzlich willkommen in Feldkirch!
Wer pilgert, ist nicht nur unterwegs von Ort zu Ort. Pilgern heißt, sich selbst wieder näherzukommen. Es heißt, innezuhalten, Ballast abzulegen, sich neu auszurichten. Unsere Stadt möchte für Sie deshalb mehr sein als eine Etappe – sie möchte ein Ort der Einkehr sein.
Seit Jahrhunderten kreuzen sich hier Wege zwischen Nord und Süd, zwischen Alpenraum und Bodensee. Diese Lage machte Feldkirch früh zu einem Ort des Austauschs – von Waren, von Gedanken, von Glauben. Mit dem Freiheitsbrief von 1376 gewann die Bürgerschaft an Eigenständigkeit und Verantwortung. Daraus entwickelte sich eine städtische Kultur, die auf Ordnung, Bildung und Gemeinsinn setzte.
Im 16. Jahrhundert wurde Feldkirch zudem zu einem bedeutenden Bildungsort. Mit der Gründung des Jesuitenkollegs entstand eine Schule, die weit über die Region hinauswirkte und vom Geist des Humanismus geprägt war: Bildung als Dienst am Menschen, als Suche nach Erkenntnis, als Verbindung von Glauben und Vernunft. Dieses Verständnis – dass der Mensch Würde besitzt und Bildung ihn zur Verantwortung befähigt – hat die Stadt nachhaltig geprägt.
Hoch über der Stadt wacht die Schattenburg – Sinnbild für Schutz und Beständigkeit. Am Fuße der Burg lädt die gewachsene Altstadt dazu ein, langsamer zu werden und die eigenen Schritte bewusst zu setzen.
Ein besonderes Zeichen der Einkehr findet sich im Johanniterhof Feldkirch. Über seinem Portal ist die Schwurhand im Wappen zu sehen – ein altes Symbol für Schutz und Asyl. Sie erinnert daran, dass es Orte geben muss, an denen der Mensch sicher ist. Orte, an denen nicht Herkunft oder Leistung zählen, sondern die Würde des Einzelnen.
Auch der Dom St. Nikolaus Feldkirch steht offen für Stille und Gebet. Hier darf zur Ruhe kommen, was unterwegs in Bewegung ist. Einkehr bedeutet nicht Rückzug von der Welt, sondern eine bewusste Unterbrechung. Vielleicht ist Feldkirch für Sie ein solcher Moment der Unterbrechung. Ein Ort zum Durchatmen, bevor der Weg weiterführt. Dafür möchten wir Raum geben.
Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Pilgerreise
Ing. Manfred Rädler, Bürgermeister der Stadt Feldkirch
(Bild von Stadt Feldkirch)

