Taminaschlucht – wo das Thermalwasser von Bad Ragaz entspringt

Tamina - die Schlucht (Foto: www.altes-bad-pfaefers.ch)
Taminaschlucht – wo das Thermalwasser von Bad Ragaz entspringt
Im 13. Jahrhundert entdeckten Jäger die Warmwasserquelle und die Mönche des Klosters Pfäfers erkannten seine Heilwirkung. Auf sehr abenteuerliche, um nicht zu sagen, furchteinflössende Art, wurden Kranke, die sich von der Kraft der Therme Heilung oder zumindest Linderung von ihren Leiden erhofften, an Körben in die Schlucht zur Quelle hinuntergelassen, wo sie im warmen Wasser badeten.
1840 wurde das 36,5 °C warme Thermalwasser erstmals mittels einer Leitung von der Quelle nach Ragaz geführt. Dies war ein wichtiger Grundstein für die Entwicklung von Bad Ragaz zum bekannten Kur- und Badeort. Das Wasser sickert im Tödigebiet in den Untergrund und benötigt sage und schreibe 10 Jahre, bis es hier wieder ans Tageslicht tritt, angereichert mit verschiedenen Mineralien.
Was für den Wanderer von besonderem Interesse ist: heute wandert man die 5 Kilometer zur Quelle in einer guten Stunde, meist im Wald, mit angenehmer Steigung. Eindrücklich auch die steilen Felswände links und rechts des Flusses und des Weges. Auf allen Seiten springt Wasser über kleine Vorsprünge oder durch ein Bachbett, das sich im Laufe der Jahrtausende gebildet hat. Seit 2017 überbrückt ein Viadukt die Schlucht in einer Höhe von 200m und auf einer Länge von 400m. Er verbindet Pfäfers mit Valens, nachdem die frühere Strasse von Bad Ragaz nach Valens wegen häufiger Rutsche aufgegeben wurde.
Dort, am Ende des Weges, im Alten Bad Pfäfers, erwartet den Wanderer ein feines Restaurant, das Bäder-Museum, häufig auch Ausstellungen, eine Bäder-Kapelle und dann der gut 100m lange Zugang auf einem Steg direkt zur Quelle. Dieser Zugang in der engen Schlucht zeigt die Wirkung des Wassers, wenn man die Ausbuchtungen sieht, die sich herausgebildet haben. Kurz: ein attraktiver und eindrücklicher Spaziergang.
Wer’s etwas gemütlicher angehen möchte, nimmt für einen oder beide Wege den Bus in Anspruch.
Wolfgang Sieber





